Immobilie vor dem Verkauf sanieren oder nicht?

Sollte man eine Immobilie vor dem Verkauf sanieren?

Nicht jede Sanierung/Modernisierung ist vor dem Verkauf einer Immobilie sinnvoll. Manche Maßnahmen verbessern die Vermarktung deutlich, andere führen vor allem zu Kosten, Zeitverlust und falschen Erwartungen. Entscheidend ist eine ehrliche Einschätzung: Welche Zielgruppe kommt infrage? Welche Mängel sind relevant? Welche Unterlagen liegen vor? Welche Maßnahmen schaffen Vertrauen? Und welche Investitionen würden Käufer wahrscheinlich ohnehin nach eigenen Vorstellungen neu planen? Eine gute Verkaufsstrategie beginnt deshalb nicht mit dem Handwerkertermin, sondern mit der richtigen Einordnung von Zustand, Markt, Zielgruppe und Preis.

Faustregel: Maßnahmen, die Vertrauen schaffen, grobe Mängel entschärfen oder die Vermarktung deutlich verbessern, können sinnvoll sein. Teure Sanierungen ohne klare Zielgruppe oder belastbare Preiswirkung sind dagegen riskant.

Dieser Ratgeber hilft Eigentümern einzuschätzen, welche Maßnahmen vor dem Immobilienverkauf sinnvoll sein können und wann es besser ist, den Zustand transparent darzulegen, statt kurz vor dem Verkauf noch teuer zu investieren.

Renovieren, modernisieren, sanieren: Was ist der Unterschied?

Renovierung

Eine Renovierung verbessert vor allem das Erscheinungsbild der Immobilie. Dazu gehören zum Beispiel Malerarbeiten, neue Silikonfugen, Bodenpflege oder das Entfernen stark individueller Designs. Renovierungen sind häufig und vergleichsweise überschaubar und können die Vermarktung unterstützen, weil sie den ersten Eindruck in der Regel verbessern.

Modernisierung

Eine Modernisierung verbessert in der Regel die Ausstattung, den Komfort oder die Nutzbarkeit einer Immobilie. Beispiele sind ein neues Bad, neue Bodenbeläge, eine neue Einbauküche. Modernisierungen können wertrelevant sein, was aber von Geschmack, Zielgruppe und den Kosten abhängig ist. Nicht jede Modernisierung wird von Käufern finanziell mitgetragen.

Sanierung

Sanierungen betreffen substanzielle Mängel oder technische Probleme. Dazu zählen z. B. Feuchtigkeit im Keller, Schäden am Dach oder eine marode Elektrik. Sanierungen sind oft teuer und komplex, Sie sollten prüfen, ob die Maßnahme noch vor dem Verkauf durchgeführt werden muss oder ob eine transparente Kommunikation mit realistischer Preisstrategie sinnvoller ist.


Was verändert die Maßnahme wirklich?

Viele Eigentümer denken zunächst: „Wenn ich noch etwas investiere, bekomme ich einen besseren Preis.“ Das kann stimmen, muss aber nicht. Entscheidend ist, welche Wirkung die Maßnahme tatsächlich hat. Es geht also nicht um die Investition an sich, sondern um ihren Nutzen für Verkaufspreis, Vermarktbarkeit und Käufervertrauen.

Eine Maßnahme kann vor dem Verkauf sinnvoll sein, wenn sie:

  • den ersten Eindruck deutlich verbessert
  • Vertrauen bei Käufern schafft
  • offensichtliche Mängel beseitigt
  • Finanzierungsfragen erleichtert
  • die Zielgruppe erweitert
  • die Vermarktung beschleunigt
  • Preisverhandlungen stabilisiert
  • die Immobilie klarer positioniert

Eine Maßnahme kann dagegen kritisch sein, wenn sie:

  • sehr teuer ist
  • stark vom persönlichen Geschmack abhängt
  • baurechtlich oder WEG-rechtlich unsicher ist
  • nicht sauber dokumentiert werden kann
  • kurz vor dem Verkauf unter Zeitdruck erfolgt
  • nur kosmetischer Natur ist und über größere Probleme hinwegtäuscht
  • nicht zur späteren Käuferzielgruppe passt

Vor dem Verkauf zählt nicht Perfektion, sondern die richtige Strategie.

Entscheidungshilfe: Welche Strategie passt zu Ihrer Immobilie?

Situation Eher nicht groß sanieren Gezielte Vorbereitungen Größere Maßnahmen prüfen
Immobilie ist stark sanierungsbedürftig Wenn Käufer ohnehin umfassend sanieren müssen/möchten. Unterlagen gut aufbereiten, Zustand und Potenzial transparent kommunizieren Nur bei klar begrenztem, verkaufshemmendem Schaden.
Immobilie ist gepflegt, aber nicht modern Wenn die Maßnahmen tendenziell teure "Geschmacksmaßnahmen" wären Reparaturen, Reinigung, Home Staging und professionelle Präsentation Einzelmaßnahmen nur bei klarer Preiswirkung
Einfamilienhaus mit altem Dach, alter Heizung oder feuchtem Keller Wenn die geplanten Maßnahmen nur optische Wirkung hätten. Technische Unterlagen und Zustand transparent aufbereiten. Bei klar begrenzten Substanzthemen nach fachlicher Einschätzung.
Eigentumswohnung mit WEG-Themen Wenn WEG-Themen größer sind als die Wertigkeit der Maßnahme. WEG-Unterlagen vollständig vorbereiten Maßnahmen am Gemeinschaftseigentum nur auf Grundlage eines WEG-Beschlusses und nach entsprechender Prüfung.
Vermietete Immobilie Wenn die Mietsache nicht kurzfristig davon profitiert. Miet- und Zustandsunterlagen aufbereiten. Nur wenn mietrechtlich und wirtschaftlich geprüft.
Immobilie steht leer Wenn nur eine zeit- und/oder kostenintensive Modernisierung wertrelevante Vorteile bringt, Kleinere Reparaturen, Reinigung, professionelle Präsentation Bei schlechtem Ersteindruck über einzelne gezielte Maßnahmen nachdenken.
Verkauf soll schnell erfolgen Wenn man keine weiteren Ressourcen binden möchte. Vermarktungsfähigkeit herstellen Nur bei akuten, klar lösbaren Hindernissen.

Vermietete Immobilien: Sanieren vor dem Verkauf?

Bei vermieteten Immobilien ist Umsicht geboten. Eigentümer können nicht beliebig in die Wohnung eingreifen. Außerdem ist die Zielgruppe häufig eine andere: Vermietete Immobilien sprechen eher Kapitalanleger an, während bezugsfreie Immobilien stärker für Eigennutzer interessant sind.

Kapitalanleger bewerten vor allem:

  • Mieteinnahmen
  • Mietvertrag
  • Miethöhe
  • nicht umlagefähige Kosten
  • Zustand
  • Instandhaltungsrisiken
  • langfristige Vermietbarkeit
  • rechtliche Rahmenbedingungen
  • Entwicklungsmöglichkeiten

Eine aufwendige Modernisierung vor dem Verkauf kann bei vermieteten Immobilien schwieriger sein, weil Nutzung, Duldung, Mietrecht und Wirtschaftlichkeit berücksichtigt werden müssen. Häufig ist eine transparente Unterlagen- und Zustandsaufbereitung wichtiger als eine kurzfristige bauliche Veränderung.

Fallbeispiele: Lohnenswerte Maßnahme vs. unnötiger Aufwand

Eigentümer und Interessenten stehen sich in einer modernisierten Küche gegenüber.

Nicht jedermanns Geschmack

Ein Eigentümer lässt für den Verkauf seiner Wohnung eine neue Küche einbauen. Die Kosten sind erheblich. Bei den Besichtigungen zeigt sich jedoch, dass viele Interessenten die Küche lieber offen und ganz anders gestalten wollen. Die Einbauküche wird als „nett“ wahrgenommen, aber passt nicht zu den Plänen der Interessenten, die nicht für Mobiliar bezahlen wollen. Fazit: Geschmacksabhängige Modernisierungen sollten sorgfältig geprüft werden.

Eigentümer und Kaufinteressenten stehen auf einem großen Grundstück vor einem älteren Einfamilienhaus.

Großes Grundstück mit Entwicklungspotenzial

Ein Einfamilienhaus weist deutlichen Modernisierungsbedarf auf. Die Eigentümer überlegen, vor dem Verkauf den Innenbereich noch umfassend zu renovieren. Bei der Marktanalyse zeigt sich jedoch, dass viele Käufer vor allem das Grundstück und die Lage bewerten. Eine teure Innenrenovierung würde die Zielgruppe kaum verändern. Fazit: Bei Bestandsimmobilien kann das Grundstück wichtiger sein als optische Verbesserungen am Gebäude.

Ein Maler überstreicht die alten Mustertapeten in Weiß.

Kleine Maßnahmen mit großer Wirkung

Eine leerstehende Wohnung wirkt mit ihren Mustertapeten dunkel, alt und ungepflegt. Statt umfassend zu modernisieren, werden kleinere Reparaturen durchgeführt, alles wird neu tapeziert und gründlich gereinigt, Auf den dann angefertigten professionellen Immobilienfotos wirkt die Wohnung heller, größer, gepflegter und bekommt dadurch mehr Aufmerksamkeit und mehr Interesse. Fazit: Verkaufsaufbereitung muss nicht teuer sein, wenn sie gezielt erfolgt.

Eine Maklerin eröffnet den konsterniert schauenden Kaufinteressenten, dass eine hohe Sonderumlage ansteht.

Sonderumlage schlägt Optik

Eine Eigentumswohnung wird vor dem Verkauf frisch gestrichen und optisch aufgewertet. In den WEG-Protokollen findet sich jedoch eine Diskussion über eine größere Dachsanierung und eine mögliche Sonderumlage. Für Käufer ist diese Information deutlich wichtiger als die neue Wandfarbe. Fazit: Bei Immobilien entscheidet nicht nur der Zustand, sondern auch die wirtschaftliche Situation der WEG über Preisfindung, Interesse und den Verkauf.

Welche Maßnahmen sich vor dem Verkauf oft lohnen

  • Vollständige Unterlagen: Eine der wichtigsten „Vorbereitungsmaßnahmen“ ist keine bauliche Maßnahme, sondern die Unterlagenlage. Grundbuch, Energieausweis, Grundriss, Wohnflächenberechnung, Bauunterlagen, Modernisierungsnachweise, Wartungsunterlagen, Mietunterlagen oder WEG-Unterlagen können für Käufer und Banken entscheidend sein. Vollständige Unterlagen schaffen Vertrauen. Fehlende Unterlagen führen dagegen häufig zu Rückfragen, Verzögerungen und Unsicherheit.
  • Gute Beleuchtung und Präsentation: Dunkle Räume wirken kleiner, älter und weniger einladend. Gute Beleuchtung, geöffnete Vorhänge, saubere Fenster und eine reduzierte Möblierung können viel zur Raumwirkung beitragen. Gerade für Fotos und Besichtigungen ist die Präsentation entscheidend. Viele Interessenten treffen eine Vorauswahl online. Wenn Bilder die Immobilie schlecht zeigen, wird ein Teil der Nachfrage gar nicht erst erreicht.
  • Garten, Eingangsbereich und Außenwirkung: Bei Häusern ist der erste Eindruck oft schon vor der Haustür entschieden. Ein gepflegter Zugang, geschnittene Hecken, gemähter Rasen, entfernte Altablagerungen und ein ordentlicher Eingangsbereich können die Wahrnehmung erheblich verbessern. Dabei geht es nicht um perfekte Gartenarchitektur. Es geht darum, Verwahrlosung zu vermeiden und das Potenzial des Grundstücks sichtbar zu machen.
  • Frische, neutrale Wände: Bei stark farbigen, beschädigten oder sehr persönlichen Wandgestaltungen kann ein neutraler Anstrich sinnvoll sein. Helle, ruhige Farben helfen Käufern, Räume besser einzuschätzen. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn ein Anstrich nur dazu dient, Feuchtigkeit, Schimmelspuren oder andere Mängel zu überdecken. Bekannte Mängel sollten nicht kaschiert, sondern sachlich eingeordnet werden.
  • Kleinere Reparaturen: Kleine sichtbare Mängel wirken oft größer, als sie tatsächlich sind. Defekte Türklinken, lose Steckdosenabdeckungen, tropfende Armaturen, beschädigte Silikonfugen, klemmende Fenstergriffe oder fehlende Leuchtmittel erzeugen schnell den Eindruck von Vernachlässigung. Solche Punkte lassen sich häufig mit überschaubarem Aufwand beheben. Das Ziel ist nicht, die Immobilie künstlich aufzuwerten, sondern vermeidbare Irritationen zu reduzieren.
  • Reinigung, Ordnung und Entrümpelung: Ein sauberer, geordneter Zustand ist eine der wirkungsvollsten und zugleich günstigsten Maßnahmen vor dem Verkauf. Käufer nehmen eine Immobilie nicht nur rational wahr. Gerüche, Unordnung, volle Räume oder ungepflegte Außenbereiche können den Eindruck stark beeinflussen. Gerade bei bewohnten Immobilien, Nachlassimmobilien oder lange nicht modernisierten Häusern kann eine gründliche Vorbereitung viel bewirken. Sie verändert nicht die Substanz, aber sie hilft Käufern, die Immobilie besser zu erfassen.
Besonderheiten nach Immobilientyp
Einfamilienhäuser

Bei Einfamilienhäusern spielt der bauliche und technische Zustand oft eine größere Rolle als bei Eigentumswohnungen. Käufer prüfen nicht nur Räume und Ausstattung, sondern auch Grundstück, Dach, Keller, Fassade, Heizung, Leitungen und energetische Perspektive.

Substanz schlägt Oberfläche

Ein frisch gestrichenes Wohnzimmer hilft wenig, wenn Dach, Keller, Fassade oder Heizung erhebliche Fragen aufwerfen. Bei Häusern sollten Eigentümer deshalb unterscheiden zwischen optischer Vorbereitung und substanzrelevanten Themen.

Substanzrelevante Punkte sind zum Beispiel:

  • Dachzustand
  • Feuchtigkeit im Keller
  • Fassadenschäden
  • Fenster
  • Heizungsanlage
  • Elektrik
  • Wasser- und Abwasserleitungen
  • energetischer Zustand
  • mögliche Schadstoffe
  • Anbauten oder Umbauten
  • Erschließung und Grundstückszuschnitt

Grundstück und Baurecht mitdenken

Bei Häusern kann das Grundstück einen erheblichen Teil des Wertes ausmachen. Manchmal interessiert Käufer nicht nur das bestehende Haus, sondern auch Erweiterung, Teilung, Abriss, Neubau oder Nachverdichtung. Solche Möglichkeiten sollten jedoch nicht vorausgesetzt oder zugesichert, sondern anhand von Bauunterlagen, Bebauungsplan, Bauakte oder fachlicher Einschätzung geprüft werden.

Vor größeren Investitionen in das Bestandsgebäude sollte deshalb geprüft werden, was Käufer voraussichtlich bewerten: das Haus, das Grundstück oder das Entwicklungspotenzial.

Wenn ein älteres Haus vor allem als Sanierungs- oder Entwicklungsobjekt wahrgenommen wird, kann eine teure Innenrenovierung wirtschaftlich wenig sinnvoll sein.

Technische Klarheit schafft Vertrauen

Bei Häusern kann es sinnvoll sein, bekannte technische Fragen vorab zu klären, statt vorschnell zu sanieren. Ein Fachunternehmen, eine Wartungsdokumentation, ein Schornsteinfegerprotokoll, Rechnungen zu Modernisierungen oder belastbare Angaben zum Zustand können für Käufer wertvoller sein als eine rein optische Verschönerung.

Beispiel

Ein älteres Einfamilienhaus soll vor dem Verkauf innen renoviert werden. Die Eigentümer planen neue Böden und Malerarbeiten. Gleichzeitig sind Heizung, Dach und Keller ungeklärt. Für Käufer sind diese Punkte jedoch deutlich preisrelevanter. Eine bessere Strategie kann sein, die technischen Themen transparent aufzubereiten und den Preis entsprechend realistisch zu positionieren.

Fazit: Bei Häusern zählt nicht der frischeste Eindruck, sondern die belastbare Einordnung von Substanz, Grundstück und Modernisierungsbedarf.

Eigentumswohnungen

Bei Eigentumswohnungen endet die Entscheidung nicht an der Wohnungstür. Viele Maßnahmen betreffen nicht nur das Sondereigentum, sondern auch Gemeinschaftseigentum oder die Rechte der Wohnungseigentümergemeinschaft.

Was Eigentümer meist selbst beeinflussen können

Innerhalb der Wohnung können viele optische und kleinere Maßnahmen sinnvoll sein, etwa Reinigung, Malerarbeiten, Bodenpflege, kleinere Reparaturen oder die Verbesserung der Präsentation.

Auch hier gilt: Maßnahmen sollten sauber ausgeführt und nicht übertrieben werden. Käufer einer Eigentumswohnung prüfen häufig sehr genau, ob Zustand, Hausgeld, Rücklage, Protokolle und WEG-Situation zusammenpassen.

Vorsicht bei Gemeinschaftseigentum

Fenster, Fassade, Dach, tragende Bauteile, Balkone, Leitungen, Heizungsanlagen oder das äußere Erscheinungsbild können Gemeinschaftseigentum betreffen. Dann kann der einzelne Eigentümer nicht frei entscheiden.

Wer vor dem Verkauf eigenmächtig Maßnahmen am Gemeinschaftseigentum durchführt oder frühere bauliche Veränderungen nicht sauber dokumentieren kann, riskiert Rückfragen und Unsicherheit bei Käufern.

WEG-Unterlagen beeinflussen die Preisstrategie

Eine frisch gestrichene Wohnung hilft wenig, wenn die WEG-Unterlagen auf hohe Risiken hinweisen. Geplante Sanierungen, geringe Rücklagen, Sonderumlagen, Beschlusslagen oder Streitigkeiten in der Gemeinschaft können für Käufer deutlich wichtiger sein als optische Verbesserungen.

Vor dem Verkauf einer Eigentumswohnung sollte deshalb nicht nur die Wohnung vorbereitet werden, sondern auch die WEG-Situation transparent eingeordnet werden.

Beispiel

Eine Eigentümerin möchte ihre Wohnung vor dem Verkauf hochwertig modernisieren. Im Zuge der Vorbereitung zeigt sich jedoch, dass in der WEG eine größere Fassadensanierung diskutiert wird und die Erhaltungsrücklage gering ist. Für Käufer ist diese Information preisrelevanter als neue Bodenbeläge in der Wohnung.

Lehre: Bei Eigentumswohnungen bewertet der Markt immer Wohnung und WEG zusammen.


Nicht jede Maßnahme lohnt sich und nicht jeder Mangel muss vor dem Verkauf beseitigt werden. Entscheidend ist, welche Strategie zu Ihrer Immobilie, zur Zielgruppe und zum Berliner Markt passt.

Portrait Immobilienmaklerin Berlin Juliane Berger

Sie planen den Verkauf Ihrer Immobilie?

Im Rahmen einer professionellen Verkaufsbegleitung unterstütze ich Eigentümer dabei, Zustand, Unterlagen, Preisstrategie und Vermarktung realistisch einzuordnen.


FAQ - Häufige Fragen zum Thema: Immobilie vor dem Verkauf sanieren oder nicht?

Sollte ich meine Immobilie vor dem Verkauf renovieren?

Eine Renovierung kann sinnvoll sein, wenn sie den ersten Eindruck verbessert und mit überschaubarem Aufwand verbunden ist. Dazu gehören zum Beispiel Reinigung, kleinere Reparaturen, neutrale Wandfarben oder Gartenpflege. Teure Maßnahmen sollten dagegen nur umgesetzt werden, wenn sie zur Zielgruppe und Preisstrategie passen.

Lohnt sich eine Sanierung vor dem Verkauf finanziell?

Nicht immer. Die Kosten einer Sanierung fließen nicht automatisch vollständig in den Verkaufspreis zurück. Entscheidend ist, ob die Maßnahme ein echtes Verkaufshindernis beseitigt, Vertrauen schafft oder die Zielgruppe deutlich erweitert. Ohne klare Preiswirkung kann es sinnvoller sein, den Zustand transparent darzustellen und den Angebotspreis entsprechend realistisch zu wählen.

Welche Maßnahmen lohnen sich vor dem Verkauf am ehesten?

Häufig sinnvoll sind Maßnahmen mit gutem Verhältnis von Aufwand zu Wirkung: Entrümpelung, Reinigung, kleinere Reparaturen, gepflegte Außenbereiche, neutrale Wandgestaltung, gute Beleuchtung, vollständige Unterlagen (z. B. digitaler Grundriss, Energieausweis, Wohnflächenangaben, Grundbuchauszug, Bauunterlagen, Modernisierungsnachweise oder WEG-Unterlagen). Diese Punkte verbessern die Vermarktung, ohne hohe Investitionen auszulösen.

Sollte ich vor dem Verkauf das Bad erneuern?

Eine komplette Badsanierung sollte vor dem Verkauf sorgfältig geprüft werden. Bäder sind kostenintensiv und geschmacksabhängig. Oft reichen Reinigung, kleinere Reparaturen, neue Silikonfugen oder eine bessere Präsentation aus. Eine vollständige Sanierung lohnt sich eher dann, wenn der alte Zustand ein klares Verkaufshindernis ist und die Kosten realistisch eingepreist werden können.

Sollte ich vor dem Verkauf eine neue Küche einbauen?

Meist ist eine neue Küche vor dem Verkauf nicht die sicherste Investition. Viele Käufer möchten die Küche selbst auswählen oder planen ohnehin Umbauten. Sinnvoller ist häufig, eine vorhandene Küche sauber, funktionsfähig und ordentlich zu präsentieren. So können Käufer in der Zeit des Einzuges oder ggf. Umbaus die alte Küche noch nutzen und zu einem späteren Zeitpunkt dann neu planen.

Was ist bei energetischen Sanierungen vor dem Verkauf zu beachten?

Energetische Maßnahmen können wertrelevant sein, sind aber oft teuer und komplex. Vor dem Verkauf sollte geprüft werden, ob einzelne Maßnahmen sinnvoll sind oder ob Käufer lieber ein eigenes Gesamtkonzept verfolgen. Wichtig sind ein aktueller Energieausweis, nachvollziehbare Angaben zum energetischen Zustand und eine realistische Einordnung von Heizung, Fenstern, Dach, Fassade und Dämmung.

Ist ein unsaniertes Haus schwerer zu verkaufen?

Nicht unbedingt. Ein unsaniertes Haus kann für Käufer interessant sein, wenn Lage, Grundstück, Zuschnitt oder Entwicklungsmöglichkeiten überzeugen. Entscheidend ist die richtige Positionierung. Problematisch wird es, wenn der Sanierungsbedarf verharmlost wird oder der Preis nicht zum Zustand passt.

Sollte ich Mängel vor dem Verkauf beseitigen?

Kleinere Mängel können oft sinnvoll beseitigt werden. Bei größeren Mängeln sollte zunächst geklärt werden, was genau vorliegt, welche Kosten entstehen können und wie Käufer den Punkt bewerten. Bekannte Mängel sollten nicht verschwiegen oder verdeckt werden. Eine sachliche Einordnung ist meist besser als eine kurzfristige kosmetische Lösung.

Was gilt bei Eigentumswohnungen?

Bei Eigentumswohnungen sollte geprüft werden, ob Maßnahmen nur das Sondereigentum betreffen oder auch Gemeinschaftseigentum berühren. Fenster, Fassade, Balkon, Dach, Leitungen oder das äußere Erscheinungsbild können WEG-relevant sein. Zusätzlich beeinflussen Hausgeld, Rücklage, Protokolle, Beschlüsse und mögliche Sonderumlagen die Preisstrategie.

Was gilt bei Einfamilienhäusern?

Bei Einfamilienhäusern sind Grundstück, Bausubstanz und technische Anlagen besonders wichtig. Käufer achten häufig auf Dach, Keller, Fassade, Heizung, Elektrik, Leitungen, energetischen Zustand und baurechtliche Möglichkeiten. Eine rein optische Renovierung ersetzt keine belastbare Bewertung dieser Punkte.

Was ist besser: sanieren oder günstiger anbieten?

Das hängt vom Einzelfall ab. Wenn eine Maßnahme überschaubar ist und ein klares Verkaufshindernis beseitigt, kann sie sinnvoll sein. Wenn die Maßnahme teuer, geschmacksabhängig oder technisch komplex ist, kann ein realistischer Angebotspreis mit transparenter Zustandsbeschreibung die bessere Strategie sein.

Wie finde ich heraus, welche Maßnahmen sich lohnen?

Sinnvoll ist eine Vorab-Einschätzung von Zustand, Zielgruppe, Unterlagen, Kosten und möglicher Preiswirkung. Erst wenn klar ist, wer die Immobilie voraussichtlich kaufen wird und welche Punkte preisrelevant sind, lässt sich entscheiden, ob renoviert, modernisiert, saniert oder im Ist-Zustand verkauft werden sollte.