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Geldwäscheprävention: Makler in der Pflicht

Neue Pflichten für Makler im Kampf gegen Geldwäsche

Das neue Geldwäschegesetz verpflichtet Makler zu mehr Sorgfalt und Dokumentation

Da wo große Geldbeträge transferiert werden, ist auch das Risiko groß, dass illegal erwirtschaftetes Geld bzw. illegal erworbene Vermögenswerte in den Finanz- und Wirtschaftskreislauf eingeschleust werden. Seit 2020 gilt daher ein neues Gesetz (GwG), das u. a. verstärkte Sorgfaltspflichten bei Kaufinteressenten aus sogenannten Hochrisikoländern betrifft oder die Meldepflicht für Makler im Verdachtsfall vorsieht.

Immobilienmakler in der Pflicht

Neben Notaren, Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern sind nun u. a. auch Immobilienmakler gesetzlich dazu verpflichtet, ihre Vertragspartner, also Verkäufer ebenso wie Käufer, zu identifizieren und bei Verdacht auf einen meldepflichtigen Sachverhalt unverzüglich die "Financial Intelligence Unit" (FIU) zu informieren. Ein solcher meldepflichtiger Verdachtsfall wäre zum Beispiel die Herkunft einer Vertragspartei aus einem als Hochrisikostaat deklarierten Landes oder wenn der Vertragspartner sich auffällig zeigt im Kontext der Identifizierung. Unterlässt der Makler die vorgeschriebenen Maßnahmen oder die Meldung eines begründeten Verdachtes, so drohen ihm hohe Geldstrafen.

Was bedeutet "Identifikation nach dem Geldwäschegesetz" für Makler-Kunden?

Sollte sich eine vertragliche Zusammenarbeit oder das Zustandekommen eines Immobiliengeschäftes abzeichnen, so muss die jeweilige Partei dem Makler ein gültiges Ausweisdokument vorlegen, das dieser auf Gültigkeit und Übereinstimmung mit Ihrer Person hin überprüft. Einige der Daten übernimmt der Makler auf ein Formular, das zur Dokumentation noch weitere Informationen abfragt, so zum Beispiel die Frage nach dem wirtschaftlich Berechtigten. Abschließend fertigt der Makler eine Kopie oder Fotokopie des Ausweisdokumentes an. Alle Daten, die im Rahmen der Identifikation nach dem GwG erhoben werden, müssen anschließend für fünf Jahre archiviert werden.

Kontinuierliche Gesetzesentwürfe und Weiterbildungspflichten

Die meisten Immobilienkäufer haben statt kriminellen Motiven sicher nur eins im Sinn: das idyllische Eigenheim mit Sonnenterrasse und Obstbaum. Aber dass Geldwäsche in Deutschland und der EU dennoch ein großes und ernst zu nehmendes Thema ist, beweist, dass von der EU regelmäßig neue Richtlinien veröffentlicht werden und jährliche Weiterbildungen zu dem Thema für alle Beteiligten an Immobilienerwerbsgeschäften ebenfalls zur Pflicht gemacht wurden.

Viele weitere Informationen zum Thema finden Sie im Netz, z. B. bei der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft (Link öffnet sich als PDF).

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